Montag, 06 Juli 2020 23:18

Spotlight Team Yankee 1

geschrieben von

Hört ihr das Grollen in der Ferne?

Im Juli haben wir uns entschlossen, mal einen näheren Blick auf Spiele zu werfen, die bei uns im Verein vertreten sind. Den Anfang machen wir mit:

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3 tinifiedIm Jahr 1985 stand die Sowjetunion vor den Trümmer der Brezhnev Zeit. Ein Afghanistan Krieg (der stark an den Vietnam Krieg der Amerikaner erinnerte), überalterte Politkader und zwei Dekaden mangelhafter Wirtschaftsführung hatten die starke Nation an einen Scheideweg gebracht. Entweder müsste das gesamte Land reformiert werden, was jedoch das Ende der Sowjetunion hätte bedeuten können, oder es musste mit harter Hand durchgegriffen und Erfolge erzielt werden, ganz im Sinne des eigentlich überwundenen Stalinismus. In der Realität waren es die Reformer die obsiegten und mit Michail Gorbatschow an ihrer Spitze den Kalten Krieg beendeten. World War III Team Yankee beschreibt eine alternative Geschichte. 

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5 tinifiedDas Spiel folgt dabei grob dem Roman Team Yankee von Thomas Coyle (1987) und stellt den Ausbruch eines konventionellen dritten Weltkriegs dar, der mit einem Überfall der Sowjetunion und des Warschauer Pakts auf das Gebiet der Bundesrepublik beginnt. Beide Seiten zögern mit dem Einsatz von Nuklearwaffen, während der Krieg sich auf andere Schauplätze, wie den Nahen Osten, ausweitet.

 

Gespielt wird im Maßstab 1:100, was im Tabletop Bereich auch als 15mm bezeichnet wird. Dargestellt wird das Gefecht mit verbundenen Waffen, wie es die Kriegsdoktrin der NATO und des Warschauer Pakts vorsah.

 

6 tinifiedDas heißt, Spieler dürfen sich mit Panzern, Flugzeugen, Hubschraubern und Mechanisierter Infanterie gegenseitig beharken. Während sich alle Fraktionen in die Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt eingliedern lassen, gibt es viele verschiedene spielbare Fraktionen. Neben Amerikanern und Sowjets auch Israelis, West- und Ostdeutsche, Polen, Tschechen, Syrer, Iran, Irak, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Kanada und ANZAC (Neuseeland und Australien).

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91 tinifiedDas Spiel wird abwechselnd in Runden gespielt. Zunächst bewegt ein Spieler alle seine Einheiten, dann feuert er mit allen Einheiten und zum Schluss können noch Sturmangriffe (quasi Nahkampf) angesagt werden. Danach ist der andere Spieler an der Reihe. Designtechnisch ist das Spiel damit Nahe am Platzhirsch Warhammer und doch durch sein Konzept, Setting und die sehr simpel gehaltene Mechanik durchaus reizvoll. Dazu mehr im nächsten Artikel zu WW3 Team Yankee.

Mittwoch, 01 Juli 2020 18:36

It's alive

geschrieben von

Die globale Pandemie hält die Welt immernoch in ihren schleimigen Griffeln, dennoch ist allmählich ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar (lasst uns hoffen, dass es kein Zug ist...).
Im Verein darf allmählich wieder gespielt werden. Zwar sind unsere Kapazitäten massiv heruntergefahren und ausschließlich auf Mitglieder beschränkt, aber das hält uns Tabletop-Spieler natürlich nicht ab!
In diesem Sinne haben einige von uns am Montag Maßband und Würfel ausgepackt und einmal wieder die Püppis kämpfen lassen.
Während im anderen Raum Dänen und Angelsachsen um ihren Platz in SAGA kämpften, konnten meine Wenigkeit und Peter einmal mehr einen Blick auf den dritten Weltkrieg werfen.

Bild 1 tinified

Auf unserer neuen 15mm Platte führten wir ein Sovietische T-64 Batallion gegen die US Armored Cavalry Division. Dabei versuchten die Amerikaner (hier rechts im Bild) die Soviets aufzuhalten, bis die amerikanische schwere Verstärkung eintraf.
Bild 2 tinified

Zu Beginn standen den Amerikanern lediglich drei Scout Einheiten und etwas Infanterie zur Verfügung, während die Soviets auf 4 schwere Kampfpanzer und zwei BMPs zurückgreifen konnten. Peter versuchte dies auch auszunutzen und schoss mit all seinen Panzern auf die Scouts. Diese waren allerdings so gut versteckt (Deckung + Tarnung), dass er nur sehr geringen Schaden anrichten konnte.
Bild 3 tinified

Peter wollte hier nicht nachlassen und biss sich an den Scouts Runde um Runde die Zähne aus. Als dann die Verstärkung der Yankees aufs Feld kam(ganz oben im Bild zwischen den Häusern), brannte schon der Großteil seiner Einheiten. Sodass wir in Runde 5 das Spiel beendeten.

 Bild 4 tinified

 

Wie ihr seht kommen wir allmählich wieder in Fahrt! Meldet euch doch bei uns via Email, FB, Discord oder Whatsapp. Wir freuen uns auf euch.

Dienstag, 28 April 2020 20:31

We built this city

geschrieben von

Spielbericht: Team Yankee

Die Quarantäne bringt einen dazu Dinge zu tun, die einem sonst umständlich, unnötig oder schlicht langweilig erscheinen. So jetzt auch bei mir: Da sich meine Frau standhaft weigerte mit mir ein Spiel zu wagen, habe ich kurzerhand ein Team Yankee Spiel allein ausgetragen. Meine Frau wurde dennoch zum Würfelwerfen abgestellt (Es gibt kein Entkommen!) und hat ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert.

Hintergrund der Sache war ursprünglich, dass ich mein über die Wochen gebasteltes und zusammengestelltes Gelände einmal testen wollte, um zu sehen ob die Spielplatte 1) gut aussieht und 2) auch spielbar ist. Da aber alle Theorie nun mal grau ist, habe ich mich kurzum entschlossen, einfach ein Spiel im Solo-Modus zu machen, also beide Seiten gleichzeitig zu spielen. Zum Spielen musste unser Fußboden herhalten, da mir ein passender Aufsatz für den Couchtisch noch fehlt.

Deployment

Mein Tisch hat mittlerweile schon einen relativ urbanen Touch. Hier und da könnte noch eine Waldbase hin und das ein oder andere Feld wären noch gut. Aber man sieht einigermaßen wo ich hin will.

 

Die beiden Kampfgruppen die gegeneinander antraten:

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Soviet – T-64 Panzerbatallion mit einem T-64 Kommandopanzer, und zwei T-64 Panzerkompanien zu drei und vier Fahrzeugen. Dazu ein BMP-2 Scout Einheit mit zwei BMP-2 und Luftabwehr in Form von einer Einheit ZSU-23-4 „Shilka“ Flakpanzern zu zwei Fahrzeugen. Unterstützt wurde die Gruppe durch zwei Mil Mi-24 Hind Hubschraubern.
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Auf der anderen Seite stand meine Armored Cavalry
Drei Scout-Sektionen mit je einem M901-ITV (Raketenpanzer) und M113 Scout Fahrzeug, dazu zwei Helikopter vom Typ UH-1, die eine Landetruppe transportieren. Luftabwehr wird durch zwei VADS Fahrzeuge mit ihrer schweren Gatling bewerkstelligt. Die schweren IPM1 Panzer, drei an der Zahl, bilden den „Armored“ Teil der Einheit, während die beiden Cobra Helikopter Luftunterstützung bieten. Auf dem Bild fehlt noch das Kommandofahrzeug, das in Ermangelung eines weiteren M113 durch einen deutschen Schützenpanzer „Marder“ symbolisiert wird.
 

 

Beide Truppen kosten genau 50 Punkte, damit ist das Spiel ausgeglichen. (zur Einschätzung: ein M1 Abrams kostet 8 Punkte und ein T-64 ungefähr 4-5 Punkte)

Die Mission war „Encounter“. Dabei treffen die Aufklärungseinheiten beider Kontingente aufeinander und müssen erst Unterstützung anfordern, während sie versuchen den Gegner unter Druck zu setzen. Um das darzustellen werden 40% der aufgestellten Punktekosten in Reserve gehalten. Erst ab der dritten Runde wird gewürfelt, ob eine Einheit aus der Reserve eintrifft, und diese kann an einer zufälligen Stelle des Spielfeldrands eintreffen. Die Soviets waren Angreifer und damit als erstes dran.

Da der Startspieler keine Helikopter auf dem Spielfeld haben darf, war für die Soviet Seite schnell klar, dass die Hinds und die kleinere Panzer Einheit (drei Fahrzeuge) in Reserve bleibt.

Die Amerikaner stellten ihre schweren Panzer zurück, wodurch wirklich der Charakter einer leichten Vorauseinheit erweckt wurde. Außerdem blieben die UH-1 Helikopter mitsamt Infanterie noch in Wartebereitschaft, um in ihrem Zug 1 erst das Spielfeld zu betreten.

Deployment 5Beide Seiten legten Ziele auf dem Spielfeld fest. Das Spiel endet, wenn eine Fraktion ihren Zug im Besitz eines eigenen Zielmarkers beginnt. Das heißt eine ihrer Einheiten muss innerhalb von 4 Zoll (ca. 10cm) um einen Zielmarker sein.

Die beiden Deutschland Flaggen markieren dabei die Ziele der Amerikaner, während der einzelne Panzer an der Ecke rechts und der abgestürzte Helikopter in der oberen rechten Ecke die Soviet Einsatzziele darstellen.

Die Soviets stellten sich dabei relativ aggressiv mittels ihrer Scouts auf, um früh Druck auf die gegnerischen Missionsziele auszuüben.Deployment 4

Die Amerikaner nutzten dagegen die Wälder und Baumreihen um ihre Raketenpanzer, Hubschrauber und Luftabwehr vor frühzeitigem Beschuss zu schützen.

Deployment 3
Deployment 2


Den Helikoptern reicht dabei insbesondere die Regel „Hunter-Killer“ zum Vorteil, durch die diese auch von Gelände profitieren können, was Hubschraubern und Flugzeugen in Team Yankee sonst verwehrt ist. Jetzt ist aber Zeit für etwas Action!

 

Zug 1 Soviets

Soviet Turn 1 2Wie geplant sollten die Soviets schnell Druck aufbauen und die nur schwach gepanzerten gegnerischen Fahrzeuge schnell kampfunfähig machen. Dazu musste man den Gegner aber erst einmal sehen. So fuhren die T-64 auf den Parkplatz und deckten die Scouts auf der anderen Seite des Flusses mit Feuer ein. Leider waren die Amerikaner zu gut getarnt und keiner der Schüsse traf. Die BMPs lösten sich von der Panzerkompanie und jagten die Scout Sektion auf der anderen Seite des Feldes. Im Gegensatz zu ihren Genossen konnten sie einen M901 ITV derart mit ihrer Maschinenkanone eindecken, dass die amerikanische Crew sich entschloss auszusteigen (Bailed Out). Bei einem „Bail Out“ ist das Fahrzeug quasi angeschossen, aber nicht zerstört. Das Fahrzeug muss zu Beginn der Runde prüfen, ob sie weitermachen können, oder weiterhin kampfunfähig bleiben.Soviet Turn 1 3

 

Zug 1 Amerikaner

Das etwas verwackelte Bild stellt ein angemessenes Bild der amerikanischen Situation dar. Der Druck der Soviets war gut spürbar. Mit den schweren Panzern vor der Haustür, musste gehandelt werden. Zunächst musste aber der „Bail-Out“ des Raketenpanzers geprüft werden, doch die Kollegen waren durch den Beschuss der BMPs so verschreckt, dass sie auf keinen Fall zurück in ihr Fahrzeug wollten, zu allem Überfluss überredeten sie sogar ihre Kollegen im M113 Scout sich auf die Heimreise zu begeben. Dazu erklärend: Wenn eine gepanzerte Einheit unter 2 Fahrzeuge fällt (zerstört oder ausgestiegen) muss sie ihre Moral prüfen, schafft sie den Test nicht, zieht sich das verbleibende Fahrzeug zurück, alle anderen Fahrzeuge der Einheit werden zerstört. Von dieser Flanke aus konnten die Soviets nicht weiter angegriffen werden. Um den Druck auf das Missionsziel zu mindern, entschieden sich die Amerikaner zu einer gewagten Gegenoffensive. Die UH-1 Huey Helis betraten das Spielfeld und bewegten sich hinter die feindlichen Linien in die Nähe eines Einsatzzieles (unten rechts). Dort landeten sie um im nächsten Zug die Infanterie auszuladen. Gefährlich war das vor allem, weil die Helikopter im gelandeten Zustand sehr anfällig für Beschuss sind und außerdem sofort starten müssen, sollte sich eine Feindeinheit näher als 8 Zoll an sie heranbewegen.
Geschossen wurde auch. Während ein amerikanischer M109 ITV jedoch im Wald stecken blieb, überzeugte der andere eine T-64 Crew zum aussteigen (Bailed Out). Die Cobras stiegen hinter dem Waldstück auf um ihre TOW-Raketen ebenso auf die T-64 zu feuern. Zwar versuchten die Shilkas die Giftschlangen vom Himmel zu holen, aber bis auf einige Lackkratzer blieben die Helis unbeschädigt. Im Gegenzug ging ein Feindpanzer in Flammen auf und ein weiterer stieg aus. Mit nur noch einem intakten Panzer war die sowjetische Panzerkompanie jetzt ernsthaft gefährdet.

American Turn 1

 

Zug 2 Soviets

Was auch immer die sovietische Truppen zu einer solchen Tollkühnheit bewegte (vielleicht Vokda? Wir werden es nie erfahren!), aber beide ausgestiegenen Panzer setzten sich sogleich wieder in Bewegung. Gemäß der Doktrin rückten die Fahrzeuge weiter vor und eröffneten das Feuer auf die Scout Sektion in der nahen Baumreihe. Wenig überraschend ging der M901 in Flammen auf. Zwar können Helikopter keine Ziele einnehmen, aber Infanterie in der Nähe des Missionsziels, innerhalb von Gebäuden ist kein Spaß, daher mussten die Soviets auf den amerikanischen Vorstoß reagiern. Die Frage war nur wie? Die gegnerischen Helis aufscheuchen und so die Landung verhindern(wodurch allerdings weniger Einheiten das Feuer eröffnen könnten), oder lieber direkt darauf feuern und die Einheit möglicherweise komplett ausschalten? Der Kommandopanzer der Soviets dachte nicht lange nach und feuerte, aber seine Panzergranate flog an der Hülle des Hubschraubers vorbei. Die BMPs waren um eine Kurve in den Wohnblock gefahren um ebenso das Feuer zu eröffnen, doch ihre Maschinenkanonen waren nach der raschen Fahrt nicht ausreichend stabilisiert, sodass zwar einige Löcher in der Verkleidung der UH-1 entstanden, aber die Crew und Soldaten unverletzt blieben.

Soviet Turn 2

 

Zug 2 Amerikaner

Auch die zweite Scout Sektion beschloss den Kampf gegen den Stolz sovietischer Panzerhersteller vorerst nicht weiterzuführen und nahm die Beine in die Hand. Die Airborne Ranger führten davon unbeeindruckt den Plan aus und stürmten aus den Helis in die nahen Gebäude, während ihnen die Kugeln um die Ohren pfiffen.

American Turn 2 3
American Turn 2 2
 

 

In dieser Position waren sie vor dem Panzer einigermaßen geschützt und konnten ihrerseits ihre LAW Panzerabwehrraketen gegen die BMPs einsetzen. Einer der beiden russischen Scout Panzer ging auch umgehend in Flammen auf. Gegen den T-64 würde die amerikanische Infanterie jedoch nichts ausrichten können.

American Turn 2Die UH-1 starteten derweil und versuchten mithilfe ihrer Maschinengewehre die ZSU-34 Shilka zu behaken, was jedoch nicht gelang.

Um den Soviets nicht das Missionsziel zu überlassen, zog sich der amerikanische Kommandant zum Einsatzziel zurück. Es war jedoch klar, dass er allein den T-64 nichts entgegen setzen könnte.

 

 

 

Zug 3 Soviets und Amerikaner:

Die Soviets erhielten keine Reserven, allerdings standen sie auch bereits kurz vor dem Sieg, daher schien das nicht problematisch. Zwar zog sich der zweite Aufklärungs-BMP vor den Bazookas der amerikanischen Infanterie zurück, durch die Präsenz des russischen Kommandopanzers war das gegnerische Ziel aber geschützt. Die T-64 Panzerkompanie entschloss sich daher zu einem direkten Vorstoß, umzingelte den amerikanischen Kommandowagen und schoss erst diesen und dann noch eines der Luftabwehrfahrzeuge in Stücke.

Soviet Turn 3

Die Amerikaner hätten schon ein Wunder gebraucht, um sich hiervon zu erholen...daher habe ich auch kein Bild vom dritten Zug der Amerikaner geschossen. Ein Fehler wie sich herausstellte.

Es begann damit, dass das VADS (Flugabwehrgeschütz, links im Bild) seinen Moraltest bestand und nicht floh. Der ständig im Wald stecken gebliebene ITV überwand die Wurzeln und konnte sich in Schussposition bringen, die Cobras überstanden ihrerseits eine weitere Salve Flugabwehrfeuer und gemeinsam zerschossen Hubschrauber und ITV zwei der T-64 die das Einsatzziel bedrohten. Ein einzelner Panzer konnte das Missionsziel nicht einnehmen (Einheiten die Moral testen müssen, können keine Ziele einnehmen), schlimmer noch der T-64 musste testen, ob die Kompanie überhaupt weiter kämpfen wollte. Auf einen Schlag hatte sich das Spiel gedreht und die Amerikaner waren im Vorteil.

 

Zug 4 Soviets

Das Schicksal schlug scheinbar zurück. Der verbliebene T-64 suchte das Weite. Durch den Verlust der gesamten Panzerkompanie waren die Soviets mit einem Schlag ihrer Offensivfähigkeit beraubt. Daher war es gut, dass eine ihrer beiden Reserveeinheiten nun auf dem Feld erschien. Leider hatten diese wohl eine falsche Abzweigung genommen haben, denn sie kam auf der anderen Seite des Schlachtfelds an. Nicht so schlimm, da war ja auch noch ein Missionsziel und je näher man an den gegnerischen Helikoptern dran war, desto weniger konnten sie einem Schaden (die TOW Raketen der ITV und Cobra haben eine Mindestreichweite von 8 Zoll/20cm). Also „Bahn frei – Dawai Dawai!“ Die kleinere T-64 Kompanie raste über das Grasland. Um die Cobras stärker unter Druck zu setzen, positionierten sich die Shilkas ein wenig um. Vor den UH-1 hatten sie nur wenig Angst. Das Feuer des Kommandopanzers in das besetzte Haus blieb auch weiterhin ohne Effekt.

Soviet Turn 4

 

Zug 4 Amerikaner

American Turn 4Auch die Reserven der Amerikaner erreichten in diesem Zug das Schlachtfeld. Ihr Vorteil war jedoch, dass sie mit einem Schlag direkt 24 Punkte auf den Tisch brachten, während die Soviets mit der gleichen Menge an Panzern nur 13 Punkte erhalten hatten. Der Qualitätsunterschied zwischen M1 Abrams und T-64 sollte sich schnell zeigen.

American Turn 4 3Die amerikanischen Panzer tauchten auf der gleichen Seite wie die Soviets auf und wie die Helden als die sich die Amerikaner so gern sehen stürzten sie sich in die Schlacht. Die Feuerkraft der M1 zerstörte direkt zwei der T-64 auf der anderen Straßenseite. Die Cobras erledigten dann den dritten. Einer der Hubschrauber musste jedoch notlanden (sprich wurde abgeschossen) als ihn das Flugabwehrfeuer der Soviets traf. Die Cobras hatten allerdings bereits so viel ausgehalten, dass irgendwann einfach mit Verlusten zu rechnen war.

Der verbliebene ITV schaffte es sogar noch eine der Shilkas zu zerstören, wodurch die Soviets nun jede Runde testen mussten, ob sich ihr Battalion nicht komplett zurückzieht.American Turn 4 5

American Turn 4 4 


 

 

Zug 5 Soviets

Glücklicherweise bestand der letzte Shilka seinen Moraltest, sodass der sovietische Rückzug vorerst verhindert wurde. Umgekehrt traf jetzt auch die Luftunterstützung der Roten Armee ein und nahm direkt die schweren amerikanischen Panzer aufs Korn.

Soviet Turn 5
Soviet Turn 5 2
 

 

Die Mil Mi-24 Hind sind extrem robuste Helikopter und die verbliebene Luftabwehr der Amerikaner konnte die Zerstörung eines Abrams Panzers nicht verhindern. Dennoch die Lage blieb prekär für die Soviets.

 

Zug 5 Amerikaner

Egal was die feindlichen Helikopter tun würden, es war klar, das mit dem Verlust einer weiteren Shilka oder des Kommandopanzers die Soviets zum Rückzug gezwungen wären (Eine Formation die nicht mindestens zwei Einheiten auf dem Feld hat zieht sich zurück). Daher preschten die Abrams über den Fluss in die Stadt, konnten dadurch allerdings nicht feuern. Der verbliebene Cobra versuchte eine der Hinds zu beschädigen, konnte jedoch keinen Schaden verursachen. Überraschend zwangen die UH-1 nun den letzten Shilka zum Ausstieg (Bailed Out). Ein weiterer Test der sovietischen Moral. Früher oder später mussten die Soviets brechen, es blieb nur zu hoffen, dass dies vor den Amerikanern geschah, da ihre Einheiten auch bereits stark angeschlagen waren. Gerade die Hinds konnten noch eine Bedrohung darstellen. Alles hing von den Tests zu Beginn der nächsten Runde ab.

American Turn 5

 

Soviets Zug 6 und Ende

Langer Rede kurzer Sinn, der Shilka stieg zwar wieder ein, aber die Besatzung beschloss, dass es zu gefährlich war in der Nähe der Abrams Panzer zu stehen und zog sich komplett vom Schlachtfeld zurück (Remount geschafft, aber Moral verhauen). Damit mussten sich die Soviets zurückziehen und der Sieg ging an die Amerikaner.

Soviet Turn 6 and End 2Soviet Turn 6 and End 3

Das Spiel war äußerst abwechslungsreich und machte auch allein ordentlich Laune. Mit einem/er Mitspieler/in ist es natürlich schöner, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen. Eventuell bekomm ich ja meine Frau nochmal motiviert :-P

Mir sind auch bereits einige Regelfehler aufgefallen, die im im Spielfluss einfach passiert sind. Wer sie findet darf sie gerne behalten, den Spaß haben die nicht getrübt.

Was mir sehr gut gefallen hat war, dass ich das Gefühl hatte, dass jede meiner Entscheidungen Gewicht hatte. Im Nachhinein hätte ich vielleicht als Soviet die Hinds anstelle der Panzer mit der ersten Reserve aufgestellt. Auf der anderen Seite war der Einsatz der UH-1 direkt zu Beginn ein wirklich gefährliches Wagnis, das so vielleicht kein zweites Mal klappt. Außerdem hätte ich die amerikanischen Ziele weiter auseinander platzieren sollen, um den Amerikanern eine Alternative Angriffsroute zu bieten.

Wie fandet ihr diesen Spielbericht? Sagt uns eure Meinung auf Facebook, oder per Mail an unsere Tabletop-Abteilung.

Beste Grüße
euer Durian Khaar

Montag, 13 April 2020 11:42

Neues von den Püppchenschubsern

geschrieben von

Nun dauert diese verflixte Pandemie ja schon wirklich lange. Vor zwei Wochen haben wir euch bereits einmal einige Projekte von unseren Mitgliedern vorgestellt, die diese während des quasi Hausarrests angehen wollten. Es ist an der Zeit mal durchzuhorchen, wie es denn weiter gegangen ist.

 

Auch für den Verein sind einige Sachen im Entstehen. Tobi hat sich mal an 15mm Gelände gesetzt und einige Wälder, Gebäude und Hügel gebastelt. Die Hügel brauchen natürlich noch etwas Liebe. Allerdings ist ihm wohl der Holzleim ausgegangen XD

 

 

 

Immer einmal wieder treffen sich auch Mitglieder im Discord der Tabletopgilde oder auch des Vereins zum gemeinsamen Spielen. Tolle Mods für den Tabletop Simulator gibt es für Infinity, ADristeia und Star Wars Legion.

 

 

 

 

Wenn es euch etwas an Motivation mangelt, oder ihr einfach mal jemanden zum quatschen sucht, könnt ihr auch gerne an unseren Malabenden über Discord teilnehmen. Peter freut sich über alle Gesprächspartner ;-)

Das wars jetzt erstmal wieder mit dem Update aus der Tabletop-Abteilung,

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Durian Khaar

Mittwoch, 08 April 2020 21:09

Pen and Paper online spielen?

geschrieben von

An meinem liebsten Hobby, dem Pen and Paper Rollenspiel, schätzte ich seit jeher, dass ich mich abseits des digitalen Konsumangebots mit Freunden, Bekannten, und/oder anderen Hobbyisten in Ruhe zusammensetzen konnte, um sich in wohliger Runde gemeinsam ins Abenteuer zu stürzen. Gelebte Fantasie, ausdrucksstarke Emotionen, knisternde Spannung und schicksalsträchtige Würfelwürfe ließen mich den Alltag für die Dauer unserer Spielsitzung verblassen. Doch in Zeiten weitgehender Ausgangsbeschränkungen darf oder muss mehr den je auf digitale Alternativen zurückgegriffen werden, die ich zuvor so konsequent zu vermeiden versuchte. Aber ist es die Mühe auch wert?

Sprach- und/oder Videochat

DiscordDoch bevor ich mit meinen altgedienten oder neuen Kameraden in den finsteren Verließen von Rh’ick-Uol um mein Leben kämpfe oder mit meiner Teeny-Gang in Boulder City dem Geheimnis eines Sommers auf die Schliche komme, muss meine Truppe aber erst einmal unter einem gemeinsamen Banner in Sachen Kommunikation versammelt werden. Für den Sprachchat empfehle ich neben einem brauchbaren Mikrofon (Headset oder notfalls Webcam) vor allem die Programme Discord oder Teamspeak.

Das inzwischen äußerst beliebte und weit verbreitete Discord hat den Vorteil, dass man sich lediglich mittels eigenem Account auf der Homepage oder über den installierten Client einwählt, seine gewünschten Gesprächsteilnehmer zur Freundesliste hinzufügt und loslegt. Einen Videostream (via Webcam) gibt es noch oben drauf. Tatsächlich denkbar einfach. Und für den Fall, dass die Freundesliste mal nicht mit Aktivität glänzt, stellt unser Verein sogar einen eigenen Server bereit. Alternativ wäre mit Fokus auf Rollenspiel der Server der MainWürfelCon-Orga von Zeit zu Zeit einen Blick wert. Wehrmutstropfen an Discord ist lediglich, dass es euren Computern einiges an Rechenleistung abverlangt und tendenziell mit älteren Modellen so seine Problemchen hat. Jedoch ist es nichts, was sich nicht mit etwas Übung lösen ließe.

Das inzwischen nicht mehr ganz so präsente Teamspeak ist dagegen langjährig erprobt und dank schlichterem Design vergleichsweise ressourcenschonend, bietet aber auch keine zusätzlichen Features. Unglücklicherweise bedarf es für seine Nutzung einen separaten Online-Server für Chaträume und Co, den auch irgendwer stellen bzw. bezahlen muss. Frei zugängliche Server gibt es natürlich ebenfalls, doch fürchte ich hier immer ein wenig um meine Privatsphäre. Daher inzwischen nicht immer meine erste Wahl.

 

Virtuelle Spielumgebungen

Roll20Sobald ich nun die stimmungsvolle Ansprache meiner Kameraden oder zumindest das nervige Rascheln irgendeiner Chips-Tüte von irgendwoher vernehme, könnten wir uns eigentlich schon verbal durch das düstere Verließ schlagen oder die Nachbarschaft unseres verträumten Städtchens unsicher machen. Doch allzu gern mag ich auf Stimmungsbilder, Handouts, Battlemaps oder vielleicht sogar automatisierte Charakterbögen nicht verzichten, tragen sie doch nicht selten – je nach Spielstil – zur Atmosphäre oder zur Koordination der Spielercharaktere erheblich bei. Gute Erfahrungen habe ich dahingehend mit Roll20 gemacht. In seiner kostenlosen Grundausstattung bietet die Online-Anwendung ausreichend viele Funktionen für Kartenablagen, Handouts und Hintergrudnmusik. Zusätzliche Features wie Grafik-Assets oder Dungeon Tiles können für kleines Geld dazugekauft werden. Da ich zumeist jedoch mein eigenes Material nutze, komme ich bisher ganz gut ohne zusätzliche Investitionen aus.

Wer es gerne opulenter mag, jedes Gimmick bis zum Anschlag ausreizen möchte und vielleicht auf bereits implementierte Regelsysteme oder dazugehörige Abenteuer zurückgreifen möchte, dem sei Fantasy Grounds oder DnD Beyond empfohlen. Beide Tools haben deutlich mehr zu bieten als Roll20, sind aber schon in ihrer Basisausstattung Abo-pflichtig. Daher nix für mich.

  

Mittendrin statt nur dabei

Nachdem wir uns alle in das auf Roll20 erstelle Szenario eingeloggt haben und alle anderen soundspezifischen Probleme beheben konnten, geht es endlich los. Feuer frei! BÄM BÄM!

Und so begab ich mich in unserer Runde Things from the Flood schon bald mit meinem 16-jährigen Alter Ego Brillenschlange Bill, einem abgebrochenen Außenseiter unter den Kids der 90er, mit seinen... naja... Fast-Freunden und der bezaubernden Kathy auf Spurensuche, um am Rand der Sperrzone den von der Regierung vertuschten Machenschaften einen Riegel vorzuschieben oder wahlweise Kathy irgendwie zu imponieren. Da unsere Gruppe dank ausladendem Beziehungsgeflecht ihrer Charaktere sehr viel Wert auf darstellendes Spiel mit umfangreicher Mimik und Gestik legte, profitierten wir einander sehr vom Gebrauch unserer WebCams. Über Roll20 wurde dann mit Bild- und Kartenmaterial sowie Charakterbögen ergänzt. Da es für mich mit nur einem Screen schnell etwas unübersichtlich wurde, konzentrierte ich mich während der Spielsitzungen vor allem auf den Videochat. Weil das System eher wenig Gewürfle und keine Battlemaps abverlangt, klappte das super.

Wenige Tage später stieg ich dann als Spielleiter in den Online-Ring, um meine ahnungslosen Mitspieler in Dungeon Crawl Classics durch ein gefährliches Verließ zu peitschen. Hierfür hatte ich auf Roll20 (siehe Bild oben) mit viel Fleiß eine umfangreiche Spielsetzung erstellt: (selbst gezeichneter,) mehr-etagiger Dungeon in akribischer Detailarbeit, Handouts, Hintergrundmusik, Tokens für Spielercharaktere und Gegner, Wertetabellen und Regelzusammenfassungen zum Selber-Nachschlagen. Obgleich ich geplant hatte, mich für die Erkundung des Dungeons mit seinen sukzessiv aufdeckbaren Bereichen zu konzentrieren, endete ich doch wieder im Videochat, weil mir die Interaktion mit meinen Spielern doch wichtiger war, als nur den vermeintlichen Fortschritt der Spielerschaft auf der Battlemap zu kommentieren. Aber auch das funktionierte zusammen ganz gut.

 

Fazit

Wenngleich ich eine Tischrunde immer noch jederzeit dem Online-Spiel vorziehen würde, war ich doch positiv angetan, dass gerade mittels Videochat visualisierte Mimik und Gestik sowie damit einhergehende Emotionen und Stimmungen nicht in Gänze ihre Wirkung verlieren. Zusätzlich lassen sich mit Roll20 und vergleichbaren Tools tolle Battlemaps erstellen oder zumindest implementieren, deren Handhabe online sogar noch mehr Komfort ermöglicht als offline. Gerade für Strategen eine feine Sache.

Die Gruppenkommunikation funktioniert über Discord halbwegs gut. Zuweilen haben Leute Aussetzer, was meist mit der Überreizung der ihnen zur Verfügung stehenden Bandbreite zu tun hat. Ernsthafte Probleme hatte ich bisher nur mit Einzelpersonen, die leider – aus Gründen – nicht in der Lage waren, ihre eigene Hard- oder Software soweit in Schuss zu halten, dass sie fehlerlos funktioniert. Zuweilen verursachten sogar Software-Updates vorrübergehend Inkompatibilitäten. Das ist dann supernervig, zumal man auf Distanz leider auch nicht großartig helfen kann.

Insgesamt empfinde ich das Online-Spiel als durchaus brauchbare Alternative, um seinen Bekanntenkreis zu erweitern und so auch mal bei Spielsystemen mitzuspielen, die regional nur selten oder gar nicht angeboten werden. Nichtsdestotrotz freue mich schon darauf, wieder an meine realen Spieltische zurückzukehren.

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